3. Bildung eines „Dachverbandes deutscher Bildungsträger“ als politisch starke Lobby

Der Hamburger Senat hat vor einiger Zeit beschlossen, in den nächsten Jahren in der Bildung nichts zu beschließen. Er hat damit die Notbremse gezogen und so das ständige, hektische „Verschlimmbessern“ beendet, welches nur Verunsicherung erzeugt. Besser wäre es natürlich, der Hamburger Senat besäße eine langfristige, vielleicht sogar parteiübergreifende Planung und eine wissenschaftlich fundierte Vision, die hat jedoch niemand und die Hamburger Politiker sind wenigstens so ehrlich und so klug zu wissen, ... dass sie nichts wissen. Schon das nötigt einem Hochachtung ab! In Berlin ist das natürlich ganz anders: Nach dem so genannten „PISA-Schock,“ also dem erbärmlichen Abschneiden von Berliner Schülern im Bundesdurchschnitt, haben die hiesigen Experten sehr schnell den Schuldigen gefunden, es ist der Berliner Schüler! Logisch wer denn sonst, jahrzehntelanges Versagen der genialen Politiker, egal welcher „Splittergruppe“ (früher Volksparteien) angehörend, kann es ja nicht sein, darin war man sich sehr schnell einig.

Die PISA-Betreiber, die ihre Finanziers nur ungern offen legen, haben nun China als das große Vorbild verortet. Deshalb schlussfolgerten die Berliner „Experten,“ man müsse nach chinesischen Vorbild auch in Berlin das Einschulalter auf fünf Jahre herunter setzen. Die armen Berliner Schüler konnten schon froh sein, dass keine chinesischen Schulzeiten von 06.00 bis 18.00 Uhr oder gar chinesisch als Hauptsprache eingeführt wurde.

Nun weiß jeder, der etwas von kindlicher Entwicklung und von Bildung versteht, dass ein Kind erst mit sieben in die Schule gehört und so stellten tausende kluge Berliner Eltern Rückstellungsanträge und das vollkommen unsinnige Gesetz wurde in der Praxis einfach unterlaufen. An dieser Stelle sei den Mitarbeitern der Bürgerämter gedankt, die tatkräftig halfen, ein vollkommen sinnloses Gesetz nicht in die Praxis umzusetzen.

Einige Jahre später, in irgendeiner politischen Schacherei, bei der es gar nicht um Bildung ging, setzte sich die CDU gegen die SPD ... oder war es die SPD gegen die CDU durch, egal, der Berliner sagt "wurscht" und das vollkommen überflüssige Gesetz wanderte dorthin, wo es hingehört, nämlich in die große Berliner Polit-Mülltonne. Nach eifriger Politikerarbeit hatte man wieder einmal rein gar nichts erreicht und feierte dies natürlich als großen Erfolg!

Die Berliner Schüler, Eltern, Lehrer une Erzieher sind wehrlose Opfern einer unfähigen Bildungspolitik. Damit, liebe Leser, sind wir bei unserem Thema:

Der Dachverband der freien Bildungsträger.

Bildquelle: Das NeZ UG

Ja, der Haifisch, der hat Zähne ... und die Banken, die haben eine Lobby! Da werden Finanzkrisen zu Unwettern erklärt, für die niemand verantwortlich ist, es wird gelogen und betrogen, dass sich die Balken biegen, die Situation wird als „alternativlos“ beschrieben und elementare Regularien einer parlamentarischen Demokratie werden über Nacht einfach abgeschafft. Niemand wird zur Rechenschaft gezogen und das Volk zahlt die Zeche in dreistelliger Milliardenhöhe, immer und immer wieder.

Die Wahrheit muss ich Ihnen nicht sagen, liebe Leser, für uns ist an dieser Stelle nur wichtig zu staunen: ... whow, was für eine Lobby! Die Banken lassen sich nicht ins Geschäft pfuschen, Gewinne sind privat und basta, nur die Verluste krimineller Transaktionen werden sozialisiert! Politiker aller Parteien werden zu willfährigen Handlangern, bei der Wirtschaft und beim Geld lässt sich eben niemand ins Handwerk pfuschen. Nur in Kultur und Bildung kann sich auch noch der unfähigste „Volksvertreter“ so richtig austoben. Das Ergebnis können Sie jeden Tag in der Zeitung lesen.

Damit muss Schluss sein, die zukünftigen freien Bildungsträger brauchen eine starke Lobby, die die Interessen der freien Träger direkt und auf Augenhöhe der Macht durchsetzen.

Meine lieben Leser, nur noch einmal zum Verständnis: Eine Lobby ist ein notwendiges Instrument zur Durchsetzung von Gruppeninteressen in einer parlamentarischen Demokratie, die Lobbys aller möglichen Industrieverbände und der Banken funktionieren prächtig, denn sie sind mächtig und sind letztlich auch dafür verantwortlich, dass Deutschland ein bedeutender Industriestandort ist. Aber es fehlen in diesem System einfach die Lobbys, die Deutschland auch zu einem ebensolchen starken Bildungsstandort machen.

Deshalb wird nach der Verwirklichung unserer Reformen jeder Bildungsträger automatisch Mitglied des „Dachverbandes deutscher Bildungsträger.“ Die dafür entstehenden Kosten werden im Bildungsgutschein kalkuliert.


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