4. Ersatzloses Abschaffen aller Schulverwaltungen

Liebe Leser, stellen Sie sich folgende Situation vor! Eine Schulverwaltung wird „ganz plötzlich“ davon überrascht, dass es bei den Anmeldungen für ein neues Schuljahr 5.000 - in Worten fünftausend - neu einzuschulende Grundschüler mehr gibt, als die Bürokratie erfasst hatte. Für diese Schüler gibt es keinerlei Ressourcen, das heißt: keinen einzigen Unterrichtsraum, keinen Stuhl, keine Tafel, kein Lehrmaterial, keine Lehrer, keine Erzieher nichts! Um die Schüler irgendwie unter zu bringen, wird dann hektisch aufgestockt, zusammengelegt und händeringend Personal angeworben, die Kosten sind immens, das Ergebnis für alle Beteiligten vollkommen unzureichend.

Wo kann so etwas nur geschehen: in Afghanistan nach zwanzig Jahren Bürgerkrieg oder war es 1945 in Deutschland? Nein, liebe Leser, das passiert einen Steinwurf entfernt vom Regierungssitz einer der stärksten Industrienationen der Welt und es passiert „heute“ im Jahre 2015! Ja, es passiert in Deutschland, in Berlin und zwar in nur einem einzigen Stadtbezirk: in Pankow. So wird dann beispielsweise eine Pankower Grundschule, die, wie alle Pankower Grundschulen einen erheblichem Sanierungsbedarf hat und die einmal für 350 Schüler ausgelegt war, zum Bildungsort für heute 680 Schüler. So überfüllt sind wahrscheinlich nicht einmal amerikanische Gefängnisse.

Die selbe Schulverwaltung muss, nachdem 60 Millionen Euro geflossen sind, ein Projekt aufgeben, mit dem es möglich sein sollte, u.a. Schülerzahlen zu erfassen. Ich wiederhole 60 Millionen Euro, für nichts und wieder nichts! Der amerikanische Geheimdienst NSA kann Telefonate weltweit abhören und auswerten. Das Bezirksamt in Berlin-Pankow kann man nicht einmal Grundschüler zählen!

Sicherlich, Berlin ist auch die Stadt, die seit Jahren versucht, einen Flughafen zu bauen und sich damit zum Gespött der ganzen Welt macht. Ganz bestimmt funktioniert das Bildungssystem in Bayern und in Sachsen sehr viel besser, die System-Bedingungen aber, sind die gleichen und so stehen die Zustände in Berlin pars per toto für das gesamte System und lassen sich hier nur besonders „schön“ veranschaulichen.

Es sei noch einmal angemerkt, dass die Schulverwaltung natürlich nur ausführendes Organ einer Landesregierung ist, deren einzige Kontinuität in Fragen der Bildung, die des Versagens ist. Und auch hier betonen wir wieder, dass die Menschen, die in diesem System arbeiten müssen, oftmals Großartiges leisten.

Alle Dienstleistungsverträge für die Berliner Schulen werden mit einer aberwitzigen Bürokratie über die Schulverwaltung abgewickelt, Catering, Reinigung alles. Selbst bei jahrelangem Versagen dieser Dienstleister haben die Schulleitungen kaum eine reale Chance, diese zur Rechenschaft zu ziehen oder gar los zu werden, das Ergebnis: die Toiletten von Berliner Schulen stinken zum Himmel, im wahrsten Sinne des Wortes. Die Schulen stehen vor Dreck, oft ist nur ein einziger vollkommen überforderter Mitarbeiter für ein ganzes Schulgebäude zuständig.

Ein Rechenzentrum des Volkswagen Konzerns, dass seine Hardware aufgrund der weltweiten Vernetzung in sehr kurzen Abständen erneuern muss, ist bereit, zwei Jahre alte HighEnd-Computer einem Berliner Gymnasium zur Verfügung zu stellen. Keine Chance, nicht mit der Berliner Schulverwaltung! Diese lehnt den Einsatz der Rechner ab, weil sie nicht auf deren „Liste“ stehen. Natürlich stehen die topmodernen Computer nicht auf der Liste, weil die VW-Rechner für das Bundesland Berlin viel zu modern und viel zu teuer wären. Ergebnis: die Berliner Gymnasiasten sitzen weiter in ihrem prähistorischen Computerkabinett und lernen auf Rechnern, die es in der Wirtschaft gar nicht mehr gibt.

Der Sanierungsbedarf der Berliner Schulen ist enorm, aber selbst wenn Geld da ist, sind die Verwaltungen nur vollkommen unzureichend in der Lage schnell und effektiv zu handeln. Millionen verfallen, dringende Sanierungen bleiben aus. Diese traurige Liste ließe sich um viele Beispiele verlängern.
In unserem Kapitel freie Träger haben wir die Vertragsautonomie und die Möglichkeit der Einwerbung von Drittmitteln beschrieben, all dies wird durch die Berliner Schulverwaltung systematisch verhindert. Dies ist besonders absurd, da es ja freie Schulträger gibt, die hier und heute beweisen, dass es besser und billiger geht. Was muss denn noch passieren, bis sich diese Zustände endlich ändern.

Das Berliner Abitur ist der "Flughafen" unter den deutschen Abituren. Die armen Jugendlichen haben mit einem solchen Abitur deutlich schlechtere Chancen als ihre Mitbewerber aus anderen Bundesländern.

Schluss damit und zwar sofort, mit der Umwandlung aller Bildungsträger in freie Träger werden die Schulverwaltungen überflüssig und somit ersatzlos abgeschafft.


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