8. Einführung von „Drei-Komponenten-Lehrmaterialien“ - eine kleine Revolution

Endlich wieder mal ein Vorwort:

Alle eifrigen Revolutionäre behaupten, dass ihre Revolutionen ganz neu sind und danach alles ganz anders wird. Beim genaueren Hinsehen erweisen sich viele Revolutionen als Schnee von gestern und die dazu gehörenden Revolutionäre als Scharlatane. Wir von günstige-intelligenz.de sind auch Revoluzzer, aber zumindestens so schlau zuzugeben, dass viele unserer Vorschläge in Ansätzen bereits existieren und wir geben zu, dass auch nicht sofort alles anders wird. Es ist sogar so, dass vieles Alltägliche beim Alten bleibt! Es sind die unterirdischen Triebkräfte, es ist das unsichtbare System, welches sich von Grund auf ändert! Oder anders formuliert: „Das System wird vom Kopf auf die Füße gestellt!“ ... Es tut mir wirklich leid, aber nicht einmal dieses Zitat ist von mir, sondern von Friedrich Engels!

Zu unserem Thema: Es ist doch leicht nachzuvollziehen, dass der schulische Lernprozess von drei Beteiligten bewältigt wird:
- dem Schüler, dem Ziel aller Anstrengungen
- dem Lehrer, dem Vermittler und ...
- den Eltern, den immer noch wichtigsten Lehrer ihrer Kinder ...

Sicherlich haben wir alle schon einmal vor einem Schulbuch gesessen und an unserer eigenen Intelligenz gezweifelt, weil wir genau so wenig wie das eigene Kind wissen, was „die da“ eigentlich wollen. Das kann uns nicht erst im Abitur passieren, sondern schon in der Grundschule. Das Kind realisiert die Situation sofort und es folgt der laute Vorwurf: „na wenn Du das nicht mal kannst!“ ... Schweißausbruch, nervöses Augenzittern, Versagensangst: bin ich schon dement?! ... Jetzt nur nicht aufgeben, schließlich haben wir es noch gelernt zu kämpfen. Endlich, unser Gehirn lässt uns (noch) nicht im Stich und kramt aus den Tiefen der Vergangenheit die rettende Erinnerung heraus: wie war das doch gleich, wie habe ich das damals gelernt? ... Achso, ganz anders, aber ich habe es wenigstens begriffen. Dann erinnern wir uns an die damalige Methode und können die verflixte Aufgabe nicht nur lösen, sondern auch noch prima erklären. ... Nur eben ganz anders als in dem schönen bunten Hochglanzschulbuch. Die eigene Ehre ist gerettet, die Selbstzweifel sind besiegt, unser Kind ist stolz auf seine schlaue Mama oder seinen schlauen Papa.
Aber Abends, wenn es dunkel ist und das Kind schläft, schleichen wir uns an die Schulmappe, holen das geheimnisvolle und auch verdammt teure(!) Schulbuch heraus und versuchen, den darin gegangenen Erkenntnisweg nach zu vollziehen. Manchmal gelingt es uns gar nicht und wenn, dann nur nach großen Anstrengungen. Was bleibt, ist ohnmächtige Wut: mein armes Kind, so würde ich das auch nicht kapieren!

Diese Geschichte verdeutlicht zwei Aspekte, zum einen verstehen wir als Eltern die heutige Methodik nicht, zum anderen sind die neuen Methoden oft noch in einem „Versuchsstadium“ und nicht wirklich ausgereift. Kinder lernen heute anders lesen und schreiben, das ist gut und richtig, weil es der kindlichen Psyche viel besser entspricht. Vieles lernen unsere Kinder anders, als wir es gelernt haben und es wäre sinnvoll, wenn wir Eltern Material in der Hand hätten, das die neue Methodik erklärt.
Auch für die Lehrer ist es durchaus erforderlich und sinnvoll, Ergänzendes und Vertiefendes zu dem Unterrichtsstoff dargeboten zu bekommen.

Das Schulbuch braucht einfach Geschwister und zwar eines für die Lehrer und eines für die Eltern. Nur so werden alle Beteiligten des Lernprozesses mit ins Boot genommen und gleich zwei wichtige Säulen des schulischen Lernens enorm verstärkt, die sichere Methodik der Lehrer und elterliche Mitarbeit. Unsere kleine Revolution: Zu jedem Schulbuch gibt es in Zukunft:

  • Ein Begleitbuch für die Lehrer, dort stehen methodische Grundlagen, Verweise auf notwendiges Grundwissen, Übungs- und Vertiefungsvorschläge etc.
  • Ein Begleitbuch für die Eltern, in dem die Lehrmethode erläutert und die Brücke zu anderen Wissensgebieten geschlagen wird, sowie Quellen- und Rechercheangaben, die helfen, das eigene, vielleicht veraltete Wissen aufzufrischen.

Das sind die neuen „Drei-Komponenten-Lehrmittel.“ Die Idee liegt auf der Straße, der sehr große Nutzen sicherlich unbestritten, warum gibt es die dann heute nicht: Die Antwort ist ganz einfach, sie sind in unserem Bildungssystem einfach nicht enthalten , deswegen werden sie nicht finanziert, entwickelt hergestellt und angewandt, Begleitbücher für Lehrer und Schüler sind kein Systembestandteil.
Liebe Lesser, wir sind ehrliche Revoluzzer, also ganz anders als die anderen Revolutionäre und geben zu, auch das gab es in Ansätzen schon einmal, denn es war im System enthalten.

Ich spreche von den „Unterrichtshilfen,“ die es zu jedem Lehrbuch in der DDR gab. Für die jüngeren Leser unter uns: die DDR ist kein Computerbaustein, sondern ein untergegangenes Ländchen im Nordosten unseres schönen Deutschlands. Diese DDR hatte ein sehr restriktives Herrschaftssystem, so auch in der Bildung. Die Hardliner unter uns mögen mir verzeihen, dass ich den durchaus gängigen Begriff „Diktatur“ nicht benutze, weil dieser schlichtweg alles und nichts sagt. Ich bin in dieser Diktatur groß geworden und möchte an dieser Stelle nicht darüber streiten. Für unsere Betrachtungen reicht die Beschreibung der DDR als: „restriktives System zur Aufrechterhaltung der Macht einer Clique alter Männer unter Vorspiegelung einer guten Idee.“ Kompliziert, oder? Wie kann ich es den jungen Lesern noch erklären? Am besten wir nennen ein paar Beispiele aus der Gegenwart: ... also: das Internationale Olympische Komitee ... oder auch ... die FIFA und natürlich die UEFA, wir wollen niemanden vergessen!

Ein solches restriktives System braucht brave Untertanen, da wurde zwischen Lehrern und Schülern nicht groß unterschieden, also bekamen die Schüler die Schulbücher und das bei dem Unterricht, ...

An dieser Stelle halten wir kurz inne und lassen uns das Wort „Unterricht“ auf der Zunge zergehen: „Unter“ wie Unterordnen oder Unterwerfen und „-richt“ wie aus-richten ... oder wer nicht spurt, eben auch hin-richten ...
also, dass bei der Unterrichtung auch ja nichts schief geht, bekam der DDR-Lehrer auch sein Schulbuch und das hieß „Unterrichtshilfen.“ So sollte verhindert werden, dass der Lehrer vielleicht noch auf eigene Ideen kommt ...

Liebe junge Leser, Menschen mit eigenen Ideen sind in einer Diktatur gar nicht gewollt und werden von den alten Männern gerade zu gehasst. So liebe Hardliner, da habt Ihr Euer Lieblingswort! ... Um zu verhindern, dass die Lehrer auf eigene Ideen kamen, wurden sie gleich mit unterrichtet, die Unterrichtshilfen waren eine Art verbindlicher Dienstanweisung. An die Eltern dachte damals niemand, die sollten für den Sozialismus arbeiten und hatten sich aus der Bildung ihrer Kinder gefälligst heraus zu halten.

Der Untergang der DDR beweist, dass nicht alle Lehrer und Eltern brave Untertanen waren und doch selbst gedacht haben und das Selberdenken sogar ihren Schülern bzw. Kindern beibrachten. Vielen Dank an diese unbekannten Helden aus dem untergegangenen Land der ansonsten Wirbellosen! Vielen Dank auch an Mama und Papa, denn auch sie haben zu den Selbstdenkern gehört. Lehrerkind zu sein und ich bin eins, hat nicht nur Nachteile, vorausgesetzt, man hat die richtigen Eltern, dann kann man sogar stolz darauf sein, ein bisschen!

Was, meine lieben Leser lernen wir daraus für unser hier und heute:
In der DDR gab es das Zwei-Komponenten-Lehrmittel, weil es Bestandteil des Systems der Unterrichtung und Unterdrückung war, das merken wir uns, das ist wichtig. Wir wissen auch, dass man Systeme, so wie zum Beispiel das uns allen bekannte Drei-Komponenten-System „Frühstück - Mittag - Abendbrot“ sowohl in einer Diktatur als auch in der Demokratie erfolgreich anwenden kann.

Also „heben wir das DDR-Bildungs-System einfach mal dialektisch auf.“ ... Liebe junge Leser, „dialektische Aufhebung,“ das ist Hegel und bedeutet ... ähm, das erklären wir später ...

Wir beziehen die Eltern als den wichtigsten „Bildungsträger“ mit ein und transformieren das Zwei-Komponenten-System der DDR in ein Drei-Komponenten-System unserer Demokratie, welche ihre, also unsere Kinder zu mündigen, selbstdenkenden, allgemeinwissenden Bürgern erziehen möchte.

Damit sind wir genau beim entscheidenden und zwingenden Grund für das Drei-Komponenten-Lehrmittel: Selbstdenkend und allgemeinwissend ist ein hoher Anspruch, der in unserem Bildungssystem immer mehr abhanden kommt. Je weiter wir auf der Bildungsleiter nach unten steigen, desto größer werden die Defizite gerade auf der Elternseite. Der Gesetzgeber hat dafür eine fast poetische Beschreibung gefunden: „bildungsferne Haushalte.“ Ich habe solche Wohnungen gesehen, in denen es Kinder, aber keine Bücher gibt, die Lehrbücher für die Eltern wären dort ein wichtiger Anfang!

Die Chancen der betroffenen Kinder sind gering, in der zweiten Hartz4-Generation haben die Kinder kaum noch eine. Das ist gefährlich für die Demokratie, siehe AfD & Co, das ist gefährlich für die Wirtschaft und das ist einfach unmenschlich und eine Schande für ein reiches Land!

Aber selbst "bildungsnahe" vielleicht sogar studierte Eltern, wissen oft nicht, was ihre Kinder in der Schule wirklich lernen und die Lehrer sind mit den vielen Neuerungen oftmals überfordert. So ist das Drei-Komponenten-Lehrmittel-System gleichzeitig ein Instrument zur Chancengleichheit und zur Weiterbildung aller am Lernprozess Beteiligten und ich wiederhole mich: das Drei-Komponenten-Lehrmittel verändert das System, nachhaltig und von innen heraus, es ist wie die Selbstheilung eines kranken Körpers.

Fehlt noch eine weitere wichtige Komponente, die ...
9. Reform der Lehrmittelfinanzierung und Refinanzierung


Kommentare


Einloggen oder Registrieren um einen Kommentar zu schreiben