4. Verbot der Börsenspekulation mit natürlichen Ressourcen

In Chicago wurde schon immer mit Mais gehandelt. Der für die Maisbaueren zu erzielende Preis hing damals nicht nur von der Höhe der Erträge ab, sondern auch davon, wann sie ihre Ernte zum Markt transportieren konnten. Setzte der strenge lange Winter sehr früh ein und die Flüsse froren zu, konnte der Mais nicht mehr nach Chicago transportiert werden. Die Bauern saßen auf ihrer reichen Ernte und ... hungerten. Wenn dann im Frühjahr die Flüsse wieder eisfrei waren und alle Anbieter ihre Ware anliefern konnten, fiel der Preis so dramatisch, dass sich der Tarnsport kaum noch lohnte. Da kamen zwei schlaue Menschen auf eine Idee:

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Am 13. März 1851 unterzeichneten zwei Händler den ersten Terminkontrakt für Mais am "Chicago Board of Trade - CBOT". Die Idee war so sinnvoll wie einfach, man einigte sich auf den Preis des Maises für einen im Voraus fest gelegten Termin. Das Termingeschäft war geboren.

Doch schon wenige Jahre später wurde Chicago zu einem Tummelplatz für alle möglichen Spekulanten, die mit Mais handelten, ohne jemals welchen produziert zu haben. Schnell wurde das CBOT die größte Terminbörse für Mais und andere Lebensmittel, ohne das ein einziger Sack Mais die Stadt jemals erreichte. Heute ist es so, das sogar mit Mais spekuliert wird, den es gar nicht gibt, der nur virtuell in den Büchern der Spekulanten steht. Mit Lebensmitteln spielt man nicht, deshalb erfand man später die abstrakte Bezeichnung "Rohwarenwert." So wird heute mit Mais, Sojabohnen und Sojamehl, Reis und Weizen genauso gehandelt, spekuliert und gezockt wie mit Erdöl, Rentenversicherungen oder auch einfach nur Wetten für oder gegen irgend etwas.

Aus einem sinnvollen Instrument für Viele wurde ein Profitinstrument für Wenige. Die Verkettung vo Real- und Finanzwirtschaft wird bei der Sprekulation mit Lebensmitteln zur gefährlichen Waffe. Nach Studien der Weltbank, der UNCTAD und des International Food Policy Research Institute (IFPRI) trieben Finanzspekulanten in den Jahren 2007/2008 die Getreidepreise in die Höhe. In Äthiopien stiegen die Maispreise um 100 Prozent, in Uganda um 65 Prozent und in Tansania um 54 Prozent. Die Weizenpreise stiegen in Somalia um 300 Prozent, im Senegal um 100 Prozent und im Sudan um 90 Prozent. Nahrungsmittel wurden für viele Familien unbezahlbar. Die rasant steigenden Preise für Lebensmittel führten zu Hungerprotesten in 61 Ländern. Die Zahl der Hungernden stieg um mehr als 100 Millionen und überschritt im Jahr 2009 erstmals die Rekordmarke von einer Milliarde Menschen.(1)

Das ist grausam, das ist heimtückisch und es setzt gemeingefährliche Mittel vorsätzlich ein. Wir schlagen im deutschen Strafgesetzbuch §211 nach: das ist Mord, in unserem Falle Massenmord! Und: wer „einem anderen zu dessen vorsätzlich begangener rechtswidriger Tat“ Hilfe geleistet hat, macht sich nach §27 StGB der Beihilfe schuldig.

Genau wie die deregulierten Finanzmarkte werden Spekulation mit natürlichen Ressopurcen als unvermeindliche, dem Kapitalismus innewohnende Eigenschaft, alles zur Ware zu machen, dargestellt. Es gibt einen kleinen aber feinen Unterschied: Ja, der Kapitalismus macht alles zur Ware, sogar die menschliche Arbeistskraft, das ist so und das funktioniert auch, wenn ein entsprechendes Regelwerk angewandt wird. Mit den Waren wird auf dem Markt gehandelt, der Preis enststeht, vereinfacht gesagt, aus dem Verhältnis von Angebot und Nachfrage. Nach Missernten steigen die Preise bei guten Ernten sinken sie, auch das ist normal, also dem Kapitalismus immanent. Jetzt der feine Unterschied, nämilch der zwischen Handel und Spekulation! Es gibt einen Unterschied zwischen Real- und Finanziwirtschaft. Der Handel mit oblektiv vorhandenen Gütern aller Art, also der Verkauf auf einem Markt, der diese Güter benötigt, ist ein Motor des kapitalistischen Systems. Dabei gibt es Erzeuger, die vom Verkauf ihrer Produkte leben und es gibt Kondsumenten, die mit diesem Produkt ein bestimmtes Bedürfnis erfüllen, sozusagen eine Partnerschaft. Genau das Gegenteil ist Spekulationen der Fall, da beruhen Kauf und Verkauf nur auf bloßen Annahmen, Mutmaßungen, Erwartung, Behauptung und oft auch künstlich erzeugten Verzerrungen. Dabei gibt es immer nur Gewinner und Verlierer, es handelt sich immer nur um eine Umverteilung von Reichtum. Dagegen ist auch nichts einzuwenden, aber das gehört eben nur ins Casino! Wer zocken will, soll zocken können, in einem Bereich, in dem alle die gleichen Chancen haben und in dem es um rein virteulle Werte wie Geld gibt. Das Gezocke hat gegenüber dem Handel ja auch noch die Eigenschaft, dass die Amplituden der Preise viel viel größer sind. Schauen Sie sich oben die Preisanstiege für Weizen in Afrika an: 90, 100, 300% das ist ja auf einem realen Markt gar nicht möglich! So gibt es dann eben auch ein paar hundert Gewinner, die noch reicher werden und ein paar Millionen Verlierer, die einfach verhungern!

Nun ist die Regulierung der Finanzmärkte, natürlich auch eine Forderung von günstige-intelligenz.de, ein vielschichtiges Unterfangen. Das Verbot der Spekulation mit Lebensmitteln, Rohstoffen, Boden und allen anderen natürlichen Ressourcen ist jedoch ein überschaubares Gesetzeswerk und es gibt keinen Grund es nicht zu tun. Wer nachweislich in der Verantwortung ist, dies nicht zu tun, macht sich der Bweihilfe zum Mord nch §27 StGB schuldig!

Die Katastrophen in Afrika sind weit weg und offensichtlich beruhigt uns unser Unterbewusstsein "hier in Deutschland ist alles noch in Ordnung!" Wir halten still und denken, die Katastrophen betreffen uns nicht, dabei sind Agrar-Großinvestoren dabei, die Umgebung unserer Heimatstädte aufzukaufen und die Tage der letzten kleinbäuerlichen Betriebe sind gezählt. Hat in der Mark Brandenburg ein Hektar Land nach der Wende 500 - 1.000 DM gekostet, werden für das gleiche Land heute 15.000 – 20.000 € von Investoren bezahlt, die nur auf Spekulation aus sind. Die deutschen Bauern müssen sich mit ihren Preisen am „Weltmarkt“ orientieren und sind damit Bedingungen ausgesetzt, mit denen sie nicht konkurrieren können. Die Finanzmärkte sind inzwischen von der Realwirtschaft vollkommen abgekoppelt.

Die Regulierung der Finanzmärkte ist für die Menschheit überlebenswichtig, erste und sofortige Schritte müssen zuerst das Verbot der Spekulation mit Rohwarenwerten und danach mit Rohstoffen aller Art sein.

Auch hier wird günstige-intelligenz.de konkrete Schritte erforschen, wie dies zu bewerkstelligen ist.



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