7. Sicherung der Zukunftsfähigkeit der Erneuerbaren Energien

Wir widmen den erneuerbaren Energien ein eigene Forderung.
Der unglaubliche Innovationsschub, den die Sonnen- und die Windenergie in den letzten Jahrzehnten erfahren hat, zeigt deutlich, zu welchen unglaublichen technischen Leistungen die Gattung homo sapiens bei entsprechender Motivation in kürzester Zeit fähig ist. Genau so deutlich wird aber auch die andere Eigenschaft des Menschen, immer wieder in alte Muster zu verfallen und alte Fehler zu wiederholen. Gemessen am technischen Fortschritt, ist der gesellschaftliche bei der Entwicklung der Erneuerbaren in den Kinderschuhen stecken geblieben und noch schlimmer, hoffnungsvolle Ansätze wurden und werden zerstört.
So zeigt sich wieder eine der Grundthesen von günstige-intelligenz.de. Allein mit technischen Innovationen werden die Probleme der Menschheit nicht zu lösen sein, das Entscheidende ist immer, in welchem gesellschaftlichen System diese Innovationen ihren Nutzen erbringen können. Oder anders formuliert, wie gelingt es der Gesellschaft, technische Innovation auch in gesellschaftliche zum Nutzen aller zu gestalten.
Die Entwicklung des Computers und des Internet haben zweifelsohne unser Leben verändert, verbessert haben sie es definitiv nicht. Die Folgen der Globalisierung, Klimawandel, Terrorismus, bzw. Radikalisierungen aller Art, Krankheiten, Unter- bzw. Überernährung, all diese Probleme haben in den letzten Jahrzehnten eher zugenommen als dass sie gelöst wurden. Alle Technologiegläubigen, die anfangs unseres neuen Jahrtausends aus der Erneuerung der Welt durch Digitalisierung eine regelrechte Philosophie erschufen, sind verstummt. Wenn neue Technologien mit den althergebrachten Denkmustern genutzt werden, stabilisieren sie eher überfällige Systeme, anstatt sie zu reformieren. GOOGLE, FACEBOOK und Co sind die besten Beweise dafür.


Bildquelle: wikimedia.org/wikipedia/Cordinger Mühle

So formulieren wir für die erneuerbaren Energien unsere Sorgen und zeigen die Richtung an, in die es gehen muss.

1. dezentrale und demokratische Energieerzeugung anstatt feudaler Energiefürsten
Die technische Entwicklung der Erneuerbaren ermöglicht dezentrale, selbstbewusste und selbstverantwortliche Energieerzeugung durch Kommunen, freie Trägern oder engagierten Zeitgenossen. Schauen Sie sich das Bild der schönen Cordinger Mühle an, ein Kindergarten kann kein Atomkraftwerk betreiben, eine Wassermühle schon! Stellen Sie sich vor, in dieser schönen Mühle wäre ein Kindergarten oder eine Grundschule. Am Tage wird der Strom für die Kinder produziert, in der Nacht die kommunalen Elektrofahrzeuge aufgeladen. Die Kinder lernen, wie Energie umgewandelt wird und wie man damit verantwortungsbewusst umgeht. Der freie Träger hat eine stabile Einnahmequelle und keine Energiekosten.
Stadtwerke sind wichtige Einnahmequellen für Kommunen aller Größe. Neue Technik macht auch kleinste Energieerzeuger möglich. Es muss "nur" noch das gesellschaftliche System erneuert werden.
Nur leider ist in unserer Gesellschaft das Gegenteil der Fall, neben vilefältigen hoffnungsvollen Ansätzen beobachten wir gerade bei den Erneuerbaren eine zunehmende Verdrängung kleiner und die Rekonstuktion der Macht großer Energieerzeuger. Das ist die Wiederherstellung alter Strukturen ... darf nicht sein!



Bildquelle: wikimedia.org/wikipedia/Solar Valley Bitterfeld-Wolfen

2. Schaffen eines geregelten Marktes auf der Basis politischer Vorgaben anstatt falscher Subventionspolitik "Solar Valley", wie das klingt! Es war bestimmt beabsichtigt, dass man bei diesem Namen an das berühmte "Silicon Valley" in Kalifornien denkt: eine prosperierende Industrie, hochqualifizierte Jobs, Wohlstand für alle. Und das alles in der durch die Wende so gebeutelten Chemieregion in Sachsen Anhalt. Aber nach wenigen Jahren und vielen Hunderten Subventionsmillionen: Aus der Traum!
Von den über 4.000 Jobs sind nicht mal mehr 1.000 übrig. In der Gegend rechnete man für jeden Job in der Solarindustrie vier bis fünf Jobs in Zuliefer- und Serviceindustrien, auch die sind futsch! Übrig sind Straßenschilder, die ins Nichts weisen und leer stehende Hallen in Fußballfeldgröße! Die gemeinhin kolportierte Ursache für den Crash: die Solarmodule "made in germany" unterlagen in einem "mörderischen" Preiskampf gegen die (noch höher subventionierten) Module "made in china".
Ja meine Lieben, Schuld sind die bösen Chinesen und wir sind die unschuldigen Opfer. Denn die Erde ist eine Scheibe und die Kinder bringt der Klapperstorch! Und wenn die bösen Chinesen jetzt anfangen, Handfeuerwaffen zu subventionieren, wird sich der Mob in deutschen Großstädten mit diesen billigen Waffen eindecken und unser schönes Deutschland wird im Krieg der Banden untergehen! ... Achso, das geht nicht, wegen der politischen Rahmenbedingungen! Ach, aber mit genau so mörderischen Billigmodulen geht das?! ... Jaaa, das ist Globalisierung und freier Markt.
Meine Lieben, ja ich provoziere! Natürlich ist das Scheitern von Solar Valley nicht mit einfachen Gut und Böse Schemen zu erklären, genauso wenig wie die Chinesen böse und die Deutschen gut sind. Und ehrlich gesagt, habe ich auch weder Lust noch Zeit ein detailgetreues Bild dieses Unterganges zu recherchieren.
Ich möchte nur auf eines der Grundprinzipien von günstige-intelligenz.de verweisen, das da heißt: die Gesellschaft legt die politischen Rahmenbedingungen für einen geregelten Markt fest, auf dem sich Waren realisieren müssen. Diese Rahmenbedingungen sind zum Beispiel die Einhaltung von Umwelt- und Sozialstandards in den Herstellerländern oder auch die Einbeziehung von allen Kosten in die Preisbildung. Subventionen können dabei wichtige Anschübe bilden, aber mehr nicht. Ein durch Subventionen verzerrter Markt ist keiner mehr, egal ob die nun "made in china" oder "made in germany" sind. Zugegebenermaßen waren nämlich irgendwann die chinesischen Module nicht nur billiger, sondern auch leistungsfähiger, gerade in Regionen mit weniger Sonnenleistung.

3. nachhaltiges, generationenübergreifendes Wirtschaften anstatt schneller, kurzfristiger Gewinne
Wir haben in Forderung 5 ausführlich die feudalen Strukturen der Atomkraft beschrieben. Dazu gehört auch die Preisbildung der durch Atomkraft "produzierten" Energie. Einen Großteil der Forschung und Entwicklung zahlten die Völker, einen Großteil der Entsorgung und des jahrzehntelangen Rückbaus zahlen die Völker und logisch ... die Kosten zur Bewältigung der Katastrophen gingen natürlich auch auf die Staatskassen. Hunderte Menschen bezahlten mit ihrem Leben, Tausende mit ihrer Gesundheit, ... bis heute. Das Ergebnis war "billiger" Atomstrom, der lediglich die Kosten des Betriebes und satte, satte Gewinne abbildete. Wo sind die Gewinne geblieben? In den Taschen weniger, die Völker sitzen auf den strahlenden Altlasten. Nicht ein einziger Verantwortlicher für die Katastrophen wurde jemals zur Verantwortung gezogen.


Und wie sieht es bei den Erneuerbaren aus, haben wir aus dem Desaster der milliardenteuren Atomaltlasten gelernt? SPIEGEL ONLINE hat recherchiert: "Von Januar 2021 an läuft für einen ersten Schwung von Windrädern die Förderung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) aus. Allein im ersten Jahr sollen nach Angaben der Bundesregierung 5608 Altanlagen mit einer Gesamtleistung von 4400 Megawatt davon betroffen sein. Bis 2025, schätzt der Bundesverband Windenergie, fallen Kraftwerke mit insgesamt 16.000 Megawatt Leistung aus der Förderung. Das entspricht etwa der Hälfte des gesamten Anlagenbestandes im Land. " Rund 40 Prozent dieser Anlagen müssen abgerissen werden, da sich das Planungsrecht verändert hat und die Standorte heute außerhalb der Windparks liegen. Nach 25-30 Jahren ist aber für jedes Altkraftwerk die Altersgrenze erreicht. Der Rückbau und das Recycling erweisen sich als äußerst kompliziert und kostspielig. Kalkuliert wurden diese Kosten in der Euphorie der Energiewende natürlich nicht! so kommt SPIEGEL ONLINE zu dem Ergebnis: "Ein bisschen erinnert all das an die Geschichte der Atomkraft. In der frühen Phase der Begeisterung wurde auch erst mal munter drauflosgebaut. Um die strahlenden Hinterlassenschaften wollte man sich später kümmern. Über die Endlagerung streitet man sich bis heute."
Die zweite Parallele zur Atomkraft: Die Völker zahlen hunderte Milliarden Subventionen und auch diese Altlasten geben wir an unsere Kinder und sogar Enkel weiter. Allein für die Subventionierung der Photovoltaik sind in Deutschland Subventionen in Höhe von 100 Milliarden Euro aufgelaufen, damit werden ohnenhin schion subventionierte chinesische Solarmodule noch einmal subventioniert. "Laut einer Studie hat die Energiewende Deutschland bis 2015 rund 150 Milliarden Euro gekostet. Bis 2025 könnte der Betrag auf über 500 Milliarden Euro ansteigen, wenn man den nötigen Ausbau der Verteilungs- und Übertragungsnetze mit einbezieht. (2)
Durch Subventionen wird der kapitalistische Markt verzerrt. Wenn dann der Strompreis für erneuerbaren Energien durch Subventionen gering genug ist, können alle so weiterleben wie bisher, Energie ist immer und überall verfügbar und wird verschwendet, genau wie in den letzten Jahrhunderten. Auf Kosten unserer Umwelt, auf Kosten unserer Kinder, auf Kosten unserer Lebensgrundlagen!

Neue Technologien sind eine wichtige Voraussetzung für den menschlichen Fortschritt und die Lösung gesellschaftlicher Probleme. Aber: werden althergebrachte Verhaltensweisen, Denkmuster, und überholte Systeme nicht auch reformiert, so werden auch die erneuerbaren Energien über kurz oder lang die Probleme nicht nur nicht lösen, sondern selbst zu neuen Problemen. Albert Einstein formuliert dies so: "Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind."

Deshalb fordert günstige intelligenz.de:
Energiewertschätzung statt Energieverschwendung,
Gemeinwohl statt Profitoptimierung,
Einführung einer geregelten sozialen Marktwirtschaft mit realistischer Preisbildung,
Schluss mit sozialistischen Planwirtschaften,
Schluss mit feudaler Aneignung.


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