7. Einführung von mehrstufigen und interdisziplinären Behandlungsmethoden für komplexe Krankheiten

Nach dieser kleinen Pause (Forderung 7) und gedanklich ungebremst begeben wir uns wieder auf Neuland und gestalten den Entscheidungsprozess des mündigen Patienten weiter. Wir greifen noch einmal das Beispiel des Autoverkäufers auf und wagen einen Analogieschluss, der da lautet: ein Arzt ist auch nicht „der“ sondern nur „ein“ Gesundheitsexperte.

Pause ... Stille ... Entsetzen!

Was bildet der sich ein, spinnt der?!

Liebe Leser, Sie haben es doch hoffentlich nicht vergessen. Wir werten nicht, wir teilen nicht ein in „Gut“ und „Böse,“ diese Kategorien sind für uns nicht relevant! Wir untersuchen das System und verändern es! Natürlich ist ein Arzt ein Experte für die Gesundheit, schließlich hat er lange studiert und noch längere Erfahrung und die meisten Ärzte setzen sich aufopferungsvoll für die Gesundheit ihrer Patienten ein. Also lassen Sie mich wiederholen: Ein Arzt ist ein Gesundheitsexperte, aber eben einer von mehreren!

An dieser Stelle verweise ich Sie auf unser Basiskapitel Systemtheorie und zu unseren hoch geschätzten Professor Heisenberg und seine Unschärferelation. Genauer gesagt zu unserer Interpretation der selbigen als das Verhältnis von Allgemeinem zu Konkretem. Ein Arzt oder genauer gesagt ein Arzt der so genannten Schulmedizin, der jahrelang in dem „System Schulmedizin“ arbeitet, schärft notwendigerweise den Blick auf das eigene System und kann andere Systeme nur unscharf wahrnehmen. Meine Lieben, das ist nicht gut, das ist nicht schlecht, das ist so, nämlich ein Naturgesetz, so wie der Stein zu Boden fällt und nicht in den Himmel fliegt! Ein Anthroposoph beschäftigt sich mit dem „System Anthroposophie“, sieht dieses „scharf“ und kann wiederum andere Systeme nur „unscharf“ wahrnehmen. Und das sind nur zwei „Gesundheits-Systeme“ innerhalb unseres gesamten Gesundheitssystems und es gibt noch viel viel mehr.

Komplexe Probleme erfordern komplexe Lösungen.

Komplexe Erkrankungen erfordern komplexe Heilungen.

Es geht nicht um den sprichwörtlichen Beinbruch, den niemand mit homöopathischen Kügelchen heilen will. Es geht zum einen um Krankheiten, die eine älter werdende Gesellschaft immer mehr beschäftigen: Krebs, Autoimmunkrankheiten und Demenzen. Dazu kommen Probleme wie Autismus, Epilepsie und das so genannte AD(H)S, Diabetes, Stoffwechselstörungen, die inzwischen das Ausmaß von unerkannten Volkskrankheiten haben und ein Fülle psychischer und psychosomatischer Erscheinungen.

Ich unterscheide an dieser Stelle bewusst in Krankheiten und Probleme, weil zu allererst einmal dem Normierungswahn ein Ende bereitet werden muss. Was ist krank, was ist gesund, was entspricht welcher Norm und wo kommt diese Norm her? Die Grenzwerte für Bluthochdruck und Blutzucker werden seit Jahren immer wieder der Marktlage angepasst.

Bei komplexen Krankheiten und den damit verbundenen komplexen Heilprozessen ist es notwendig, die gesamte Klaviatur der menschlichen Physis und Psyche zu überblicken und die ebenfalls gesamte Klaviatur an Heilmethoden zu überschauen. Dieser Satz schreibt sich so leicht hin, ist jedoch eine gewaltige Aufgabe, der wir uns in Zukunft stellen müssen. Die jetzigen Zustände sind hochgradig ineffizient und auf lange Sicht nur noch für einen immer kleineren Teil der Bevölkerung in den entwickelten Industrienationen überhaupt leistbar. Von der Weltbevölkerung wollen wir gar nicht reden, die ist sowieso lange schon draußen!

Dazu ist eine neue Instanz notwendig, sie ist die erste Anlaufstelle, die der direkten Heilbehandlung vorgeschaltet wird und den gesamten Heilungsprozess begleitet, auswertet, optimiert und notwendigenfalls verändert. Diese Aufgabe, und da schließt sich der Kreis zu unserem Professor Heisenberg, kann der einzelne Heiler, sei er Arzt oder Heilpraktiker einfach nicht leisten. Das hat nichts mit mangelnder Kompetenz oder ungenügendem Willen zu tun, das geht einfach nicht! Diese Tatsache ist nicht neu, auch heute begreifen bewusste Patienten und verantwortungsvolle Ärzte eine Krankheit als Zusammenspiel verschiedener Faktoren. Aber das hat Grenzen, weder der einzelne Patient noch der einzelne Gesundheitsspezialist kann die Fülle der Möglichkeiten überschauen.

Wir brauchen eine ganz neue Dimension von ganzheitlicher Behandlung, die die Krankheit als einen Teil der gesamten Lebenssituation des Patienten begreift und die Heilung als einen Veränderungsvorgang eben dieser Lebenssituation sieht. Der Menschen ist nämlich keine Maschine, bei der man das defekte Teil erkennen und danach reparieren oder austauschen muss. Diese Wahrheit leuchtet heute jedem ein, in der Praxis wird aber immer noch weitestgehend nach diesem Bild behandelt.

Es ist sicher kein Zufall, dass ausgerechnet der Krebsforscher Hans Lehrach nach wie vor behauptet: „Krebs ist ein sehr mechanistisches Problem. Die Diskussion über die Seele kann man da draußen vor lassen.(1) Nun ist der Mann ein wirklich verdienstvoller Wissenschaftler, er gehört zu den Pionieren der Entschlüsselung des menschlichen Genoms und es ist sicherlich richtig, dass er(!) bei seiner wichtigen Arbeit die Seele außen vor lässt, denn sie ist schlichtweg nicht sein(!) Forschungsgegenstand.

Wenn nun Hans Lehrach sagen würde: „Ich lasse die Seele außen vor,“ hätte er es nicht in unseren Artikel geschafft. Er behauptet aber: „ Man kann!“ ... und wer soll „man“ in diesem Falle sein, wenn nicht unsere Gesellschaft! Aber genau das ist der Punkt, die Gesellschaft hat inzwischen erkannt, dass viele gesundheitliche Probleme, nicht nur Krebs, eben nicht mechanistisch zu betrachten sind und der Zustand der Seele eben nicht außen vor gelassen werden kann. Trotzdem verneigen wir uns vor dem Werk von Herrn Lehrach und sind ihm sogar noch zu Dank verpflichtet, den er ist ein lebendiger Beweis für unsere Heisenbergsche These, dass ein Experte eben nur sein Gebiet scharf sehen kann. Pars per toto, wie die alten Römer gesagt hätten!

Bitte besuchen Sie unsere Mediathek und lesen das Buch von Prof. Gerald Hüther „Raus aus der Demenzfalle,“ in dem eindrucksvoll der Beginn einer neuen Medizinära beschrieben wird. Der Anlass ist die Demenzforschung, bei der die so genannte Schuldmedizin endlich einräumen muss, bisher nichts erreicht zu haben.

Wir betonen an dieser Stelle noch einmal, dass dies hier keine Polemik gegen die so genannte Schulmedizin ist, ohne die ein modernes Gesundheitswesen nicht denkbar wäre. Die Schulmedizin ist jedoch nur ein Teil des Heilungsprozesses, der Grenzen hat und sie ist untrennbar verflochten mit dem pharmazeutisch industriellen Komplex, für den Umsatz und Profit oftmals vor der Gesundheit steht. Diese beiden Tatsachen sieht auch jeder kritische Schulmediziner und wir begrüßen ihn hier in unserer Runde der Vorkämpfer für eine gesündere Welt!

Ja meine Lieben, der Autor wird nun endlich konkret! Wie sieht denn nun die Heilung, begleitet durch einen „Gesundheitscoach“ aus. Das ist eine neue Berufsbezeichnung: „Gesundheitscoach.“

Meine Lieben, Sie erinnern sich, die gute Margarete nervt den armen Faust mit der Gretchenfrage, Faust windet sich: "Nenn es dann, wie du willst, Nenn's Glück! Herz! Liebe! Gott, Ich habe keinen Namen Dafür! Gefühl ist alles; Name ist Schall und Rauch,“ Bitte meine Lieben spielen Sie nicht das Gretchen, wie der Beruf dann tatsächlich heißen wird, weiß Gott oder Goethe allein und es ist vollkommen unwichtig. Wir beide, also Gott und ich (Scherz) wissen auf alle Fälle, dass es ihn geben sollte!

Noch eins, liebe Leser, lassen Sie bitte Gnade vor Recht walten, wenn ich politisch unkorrekt Gesundheitscoach sage, dies ist ein Titel und hat kein Geschlecht. GesundheitscoachIn klingt einfach komisch. Ich bin sogar fest überzeugt, dass es mehr weibliche Gesundheitscoachinnen geben wird, weil Frauen einfach von sich aus ganzheitlicher handeln. Wenn wir schon bei Namen sind: Goethe unser allseits beliebter Meister des Worts dreht sich bei der heute politischen korrekten Sprache im Grabe herum, deswegen, liebe Leserinnen verzeiht mir bitte die eine oder andere zeitgemäße Inkorrektheit. Ein „Leser“ ist kein Kerl, sondern ein geistig aktiver Mensch: das schließt Kinder, Frauen und Männer ein!

Wir schreiten mutig voran und unterscheiden beim künftigen Heilungsprozess drei Phasen, auch hier werden Sie, so Sie nur die Überschriften lesen, fragen, was ist daran neu? Es ist nicht neu, es ist jedoch umfassend und nachhaltig und das Entscheidende ist, die Nachhaltigkeit ist eine Institution! Das ist neu!

Wir nehmen uns an dieser Stelle noch die Zeit für einen kleinen aber wichtigen Gedanken.

Jeder Mensch, der die Diagnose für eine schwere Krankheit erhält, erlebt erst einmal drei Dinge: Er ist allein. Er ist überfordert. Er hat Angst!

Er wird in seinem persönlichen Umfeld Menschen finden, die ihm helfen, diese drei großen Herausforderungen und so letztlich die Krankheit anzunehmen. Uns aber geht es darum, wie die Gesellschaft helfen kann. Wir verschweigen nicht, dass dies ein schwieriges Unterfangen ist. Es muss einfühlsam aber auch professionell sein, es muss individuell und trotzdem effizient sein, denn es muss für jeden und für alle durch die Gesellschaft leistbar sein. Das ist ein großer Anspruch, von dem wir heute Lichtjahre entfernt sind!

Atemholen

Wir unterscheiden drei Phasen:

Die Anamnese Umfassende Analyse des Status Quo: Stoffwechsel, Stützapparat, Sinnesorgane, genetische Determinationen, persönliche Situation: Partnerschaft, Familie, bishin zu Beruf und Finanzen. Umfassende Beschäftigung mit der Krankheit bzw. dem Problem: die neue Situation kennenlernen, die Gefahren begreifen, aber auch die Chancen, das neue Schicksal annehmen und die verschiedenen Möglichkeiten seiner Heilung kennenlernen.

Die Heilung Ein Gesundheitscoach erstellt keine Diagnosen. Zusammen mit dem mündigen Patienten wird entschieden, welche Fachleute welche Diagnosen erstellen. Eine komplexe Krankheit erfordert eine komplexe Heilung. Nach dem gemeinsam erstellten Behandlungsplan erstellen verschiedene Experten Teildiagnosen, diese reichen von Blutbildern bishin zur Analyse der beruflichen Situation. Der Patient lernt vieles Neues über sich und seine Situation, das ist etwas Aufbauendes, Vorwärtsweisendes. So wächst die Erkenntnis und die Bereitschaft, etwas zu ändern und sich auf die damit verbundene lange Reise zu begeben. Jetzt melden sich wieder die Zweifler und bringen das Zeitargument. Meine Lieben, wir reden hier nicht vom Herzstillstand oder einem Oberschenkelhalsbruch.

Das Argument, schnell handeln zu müssen trifft bei langwierigen Krankheiten einfach nicht zu und ganz im Gegenteil sind die schnellen Diagnosen oft die falschen. So sind beispielsweise, bei psychischen „Krankheiten“ die Fehldiagnosen erschreckend hoch. Das WHO-Screening für Depression erzeugt 36% falsche Diagnosen(2) Spitzenreiter ist ADHS, wo verschiedene Quellen von bis zu 90% Fehldiagnosen berichten. Das alle ADHSler, Autisten und Epileptiker jedoch Stoffwechselstörungen haben, ist erwiesen, interessiert aber hierzulande niemanden. Deutschland ist nach wie vor Weltmeister bei oftmals sinnlosen Bandscheibenoperationen, die Übereifrigkeit deutscher Gynäkologen bei der PAP-Wert Überwachung gerader junger Frauen ist nicht zu bremsen, auch wenn es zum Beispiel die Finnen seit Jahren besser machen.

Die Datenlage für den Nachweis der Wirksamkeit von Krebstherapien, insbesondere der Chemotherapie ist erbärmlich. Das Geschäft mit falschen Versprechungen ist gerade bei Krebs erschütternd. Das schauen wir uns an dieser Stelle genauer an. Die Wismut AG, eine (ost)deutsch sowjetische Aktiengesellschaft förderte Uran aus den Tiefen des Erzgebirges zutage. Die in den 50er Jahren durch katastrophale Arbeitsbedingungen grassierenden Krebserkrankungen wurden mit deutscher Gründlichkeit dokumentiert und so entstand das streng geheime „Krebsregister der Wismut,“ das nach knapp 40 Jahren im Jahre 1990 mehr als 2,1 Millionen Krankheitsfälle enthielt. Mit einigen Unterbrechungen konnte es nach der Wende als „Krebsregister der ostdeutschen Länder“ fortgeführt werden und ist nun nicht mehr geheim. Die anonymisierten Daten dieser wahrscheinlich größten medizinischen Datenbank der Welt sprechen eine deutliche Sprache: die Mortalität (Sterblichkeit bezogen auf die Bevölkerung) bei vielen Krebssorten ist seit Jahrzehnten nahezu konstant bzw. nur leicht rückgängig. Die Zahl der vermeintlich Kranken ist jedoch in den letzten Jahrzehnten enorm angestiegen. Besonders auffällig sind sprunghafte Anstiege bei solchen Krebsarten für die Vorsorgeuntersuchungen eingeführt wurden. Genau ab dem Zeitpunkt der Einführung schnellt die Zahl der Kranken sprunghaft in die Höhe. Die Mortalität jedoch bleibt gleich, was den zwingenden Schluss nahe legt, dass auch die Anzahl der Kranken konstant geblieben ist. Es wird eine Aufgabe von Günstige Intelligenz.de sein, diese Fakten aufzuarbeiten und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Eine Industrie schafft sich einen Markt, der Erfolg ist behauptet, das Geschäft mit der Angst blüht!

Der Gesundheitscoach bzw. die Gesundheitscoachin sind keine neuen Wunderheiler, sie sind Begleiter auf einem komplizierten Weg und sorgen mit den Patienten dafür, dass wirklich alles getan wird und nicht nur das, was den schnellen Erfolg und möglichst auch den größten Umsatz bringt. Kaum ein ärztlicher Direktor gibt es offen zu, aber alle Kliniken haben ihre Leitlinien, die verbindlich für alle Mitarbeiter sind und diese beinhalten: Umsatz! Damit muss Schluss sein, das kostet Menschenleben und ist teuer!

Die Rehabilitation Bleiben wir beim Krebs, das Krebsregister der Wismut erfasst drei Daten der Mortalität, die akute, die nach zwei Jahren und die nach fünf Jahren und auch hier besteht eine erstaunliche Kontinuität. Es liegt die Vermutung nahe, dass der Krebs „zurückkehrt.“ Keiner der Krebspatienten, mit denen ich sprechen konnte, wusste etwas davon, man hatte sie nicht informiert. Ein Epileptiker bleibt sein Leben lang ein Epileptiker, die Krankheit heilt nicht aus, sie geht in die Remission. Eine gequetschte Bandscheibe wird nie so belastbar sein wie eine gesunde. Für Menschen die an Hämophilie A leiden, der Volksmund sagt Bluter, kann jeder Fahrradunfall tödlich sein. Unser Modell der Heilung umfasst auch das Leben nach der Krankheit oder auch das Leben mit der Krankheit und zwar nicht am Rande, sondern mitten in der Gesellschaft und noch mehr, als Bereicherung der Gesellschaft.

Das Bewältigen einer Krise erzeugt Erfahrungen, deren Weitergabe für andere Menschen wichtig ist. Das Anderssein ist das Normale! Unsere Gesellschaft sortiert und normiert viel zu viel. Wer „gesund“ ist, muss Höchstleistungen vollbringen, die „Kranken“ werden aussortiert. Das ist unmenschlich und auch das ist für die Gesellschaft teuer. Die Heilung ist der Weg aus der Krise, dazu müssen krank machende Umstände verändert und heilende Prozess erlernt werden. Das dauert lange, ist mit Rückschlägen verbunden und nie zu Ende. Auch dabei sind die Möglichkeiten vielfältig und niemand darf allein gelassen werden.


Ich glaube, wir stehen an einem Wendepunkt. Die Lebenserwartung unserer Menschen wächst enorm, der Geburtsjahrgang 2005 wird statistisch 100 Jahre alt werden, das sich verschiebende Verhältnis der Lebens-lern-zeit zu Lebens-arbeits-zeit und zu Lebens-renten-zeit zwingt unsere Gesellschaft bei ihrer Gesunderhaltung neue, bezahlbare Wege zu gehen.

Meine lieben Leser, ich weiß, das Thema ist sensibel und wird sehr kontrovers diskutiert und ich lehne mich sehr weit „aus dem Fenster.“ Lesen Sie bitte in unserer Mediathek nach und finden Sie dort neben Kritik am Bestehenden auch erstaunliche Ansätze.

Wir schreiten munter vorwärts und widmen uns der entscheidenden Frage, wer soll den Job denn machen?


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