8. Die Entstehung des neuen Berufsprofils „Gesundheitscoach“ und Schaffung von Heilzentren

So ganz neu ist auch dieses Thema nicht, es gibt den Gesundheitscoach schon in digitaler Form z. Bsp. bei der Techniker Krankenkasse, auch hier stimmen wir ein Loblied auf die gesetzliche Krankenkasse an! Es gibt Modelle von Gesundheitscoaches, in verschiedenen Bereichen der Selbsterkennung und –entwicklung, des Personaltrainings und anderen Anwendungen. Diese dienen natürlich auch der Gesundheit, sind aber nicht das, was wir darunter verstehen.

So lieber Autor, jetzt mal Schluss mit den Ausflüchten, jetzt kommt die Gretchenfrage: wie sieht denn nun der neue Job aus oder besser, was ist das für ein Mensch dieser „Gesundheitscoach?!“ Also meine Lieben, ich nähere mich langsam und vorsichtig: Ich mache es ganz modern und entwerfe erst einmal eine „Cloud,“ also eine Ansammlung von Archetypen, die uns sowohl von ihrem Menschsein, als auch von ihrer Sachkompetenz auf den gedanklichen Weg zu unserem Gesundheitscoach führen können.

Wir schauen uns an: Medizinmann/Schamane, Landarzt, die Hebamme, den Mediator/Pfarrer und noch drei konkrete Zeitgenossen: Andrew Taylor Still, den Begründer der Osteopathie, Samuel Hahnemann den Begründer der Homöopathie und Moshé Feldenkrais. Welche Puzzlesteine interessieren uns an diesen Menschen und führen uns zu dem Bild des Gesundheitscoachs:

Der Medizinmann oder Schamane veranstaltete in noch matriarchalischen Zeiten mit seinen StammesgenossInnen das „mimetische Ritual.“ Er, ein Hysteriker durch und durch, spielte die Jagd, sozusagen als Theaterstück. Wahrscheinlich unter Zuhilfenahme bewusstseinserweiternder Drogen versetzte er die ganze Bande in einen Zustand der Imagination, in der sie sich in eine Jagdsituation versetzten und so die sehr wichtige Arbeitsteilung während der Jagd erlernten, aber auch Gefahren simulierten. Sehr wahrscheinlich waren die so geschulten Stämme in der wirklichen Jagd erfolgreicher und hatten größere Überlebenschancen als die Horden, die nicht „ins Theater gingen.“

Einige heutige Theateraufführungen muten genau so an, mit dem kleinen Unterschied, dass sie für zeitgenössische Theatergänger eher die Lebenserwartung verringern, da sie sich über das herausgeworfene Geld und den versauten Abend ärgern und das ist bekanntlich ungesund! Meine lieben Theaterfreunde, bitte entschuldigen und lesen Sie genau, da steht „einige!“ Ja, es gibt ihn auch heute noch, den erbaulichen Theaterabend! Ich rede ja nur von den Ausnahmen, wo der Zuschauer das Gefühl hat, einer Horde Neandertaler beizuwohnen ... aber lassen wir das ...

Für unsere Aufgabe merken wir uns das Zauberwort Imagination und die Fähigkeit, sich zusammen mit anderen Menschen in den Zustand des gemeinsamen Erreichens eines schwierigen Zieles zu versetzen.

Der Landarzt des 19. Jahrhunderts konnte allein aus der äußeren Betrachtung des Patienten über einhundert Merkmale lesen und interpretieren. Der Zustand der Haut, die Augen, Fingernägel, Haare, Körperhaltung, Schweißgeruch, etc. All dies waren für ihn gut lesbare Seiten des Buches „Mensch.“ Diese Erfahrung waren sein wichtigstes Handwerkszeug, andere Mittel als seine Beobachtung und seine Erfahrung hatte er kaum. Im heutigen Arztgespräch, dass eher in Sekunden als in Minuten zu bemessen ist, erfährt der Arzt kaum mehr als Krankenkasse und das Geburtsdatum. Für Gespräche bekommt er pro Quartal und Patient 4,56€ das entspricht einer Arbeitszeit von fünf Minuten.

Wir halten für den Landarzt fest: Erfahrung und Beobachtung!

An der Hebamme interessiert uns nicht so sehr die reiche Erfahrung, die sie, gleich dem Landarzt, in ihrem schönen Habammenköfferchen mitbringt, uns interessiert etwas anderes: Die Hebamme ist die „Dienerin“ der Gebärenden, das heißt, sie geht nicht nach einem festen Schema vor, sondern sie erspürt, was wichtig ist und folgt dem Geburtsvorgang, der im Übrigen vom Säugling und nicht von der Mutter angeführt wird. Sie spürt, was im Moment richtig und wichtig ist, hat ihre verschiedenen Mittelchen und hilft so der Mutter, diese wirklich schmerzhafte Prüfung der Natur ohne Dammbruch zu überstehen.

Die/der moderne Ärztin/Arzt dagegen sind von ihrer Funktion und Psyche her (Notfall)manager, die es gewohnt sind, das Zepter zu übernehmen um schnell, effizient und zielorientiert handeln zu können. Das ist im medizinischen Alltag durchaus richtig und sinnvoll, hat nur bei einer Geburt nichts zu suchen. Deswegen gehören Geburten, so Mutter und Kind gesund sind, auch nicht ins Krankenhaus: es ist nämlich niemand krank, weder Kind noch Mutter, sondern ins Geburtshaus, dass wie sein Name es sagt, die richtige Atmosphäre für diesen wunderbaren Akt der Schöpfung bietet. Krank ist nur, das es die moderne Medizin geschafft hat, viele heutige Frauen so zu verunsichern, dass sie lieber einem gehetzten Krankenhausregime als ihren Millionen Jahre alten Instinkten vertrauen. Ganz abgesehen von den Kaiserschnittexzessen, (ich rede nicht von lebensrettenden Notoperationen) bei denen die Geburten in den Terminkalender passen und die Kliniken so richtig gut verdienen müssen, das ist nicht nur krank, das ist pervers!

Wir kommen zu unserer Hebamme zurück und halten fest: Dienerin die den Bedürfnissen des zu Behandelnden folgt!

Ich habe den Mediator mit dem Pfarrer zwangsverheiratet, weil diese beiden Archetypen das Fachübergreifende, das Vermittelnde, das im wahrsten Sinne des Wortes „Ganzheitliche“ verkörpern. Eine gesundheitliche Krise geht oft einher mit einer persönlichen oder anders herum eine persönliche Krise sucht ihren Ausweg oft in einer gesundheitlichen.

Da gibt es den ganzen wunderbaren Katalog „Lebensbestandteile“: Beruf, Familie, Alltag, Partnerschaft, Karriere, Liebe oder/und Sex und nicht zuletzt das liebe Geld. Alles wunderbare Dinge, die wir zum Leben brauchen und die uns, so sie funktionieren, glücklich, aber im gegenteiligen Falle auch des Lebens müde oder zumindestens krank ... machen. Wie heißt es so schön beim Flugzeugabsturz: „die unglückliche Verkettung von Umständen:“ also ein kaputtes Flugzeug kommt vielleicht noch an, Scheiß-Wetter geht auch noch, selbst ein betrunkener Pilot ... aber alles zusammen. Bei uns Menschen ist es doch genau so: einen misslaunigen Chef und Stress in der Arbeit, einen schiefhängenden Familiensegen und acht Wochen Dauernieselwetter können wir einzeln ab, aber alles zusammen, das haut uns um!

Das alles, also alle Umstände des Lebens haben unser Pfarrer/Mediator im Blick, sie kennen ihre Gemeinde, die ganze Rasselbande, also auch Eltern und Großeltern schon seit Jahren und wissen, dass der Apfel nicht weit vom Birnenbaum fällt und haben so immer den richtige Trost und das richtige Wort zur Hand. Sie sorgen dafür, dass das Leben irgendwie weiter geht! Und zwar das ganze Leben von der Geburt an und selbst der Tod ist nicht das Ende von Allem! Wir halten fest: alle Lebensumstände im Blick haben und immer das richtige Wort im alles überblickenden Geiste!


Ja meine Lieben wir ziehen große Kreise, es ist aber wichtig, die vielen Aspekte des neuen Berufes zu beschreiben. Wir sind kurz vor dem Ziel, lassen Sie uns noch kurz erläutern, warum wir die drei anfangs erwähnten großen Männer in unseren Kreis aufnehmen.

Bildquellen: Wikipedia

Andrew Taylor Still schafft mit seiner Osteopathie die Verbindung eines geistigen Prinzips mit einer mechanistischen Handlung. Samuel Hahnemann mobilisiert bei seiner Homöopathie die Selbstheilungskräfte des Körpers durch sehr hoch verdünnte, er nennt es „potenzierte“ Substanzen, die in einer materialistischen Denkweise gar nicht mehr existieren und auch Moshé Feldenkrais bemüht bei der nach ihm genannten Methode geistige Ressourcen, um mit deren Hilfe konkrete körperliche Zustände zu verbessern. All diese drei Heilmethoden sind hochkomplex und überschreiten die Grenzen von schubladenhaftem medizinischen Denken und begreifen den Menschen als das was er ist, ein ebenso hochkomplexes Wesen, nur denk- und heilbar in der Einheit von Geist und Körper oder ganz allgemein ausgedrückt, in der Dualität von Energie und Materie.

So meine Lieben, jetzt haben Sie die Puzzlesteine für den neuen Beruf zusammen, den Schamanen, den Landarzt, die Hebamme, den Pfarrer und den Mediator verbunden mit den aufgestellten Prinzipien der drei ehrwürdigen Herren. Bemühen Sie ihre Phantasie, ja und genau: jeder von Ihnen wird eine etwas andere Vorstellung haben, das ist gut und richtig, weil die Dualität von Coach und Patienten wird auch individuell sein.

Haben Sie jetzt eine Ahnung von unserem neuen Beruf? Sie sind sich nicht sicher, ob es überhaupt jemanden gibt, der all diese Fähigkeiten mitbringt? Meine Lieben, bitte glauben Sie mir, den Gesundheitscoach gibt es schon. Also ich kenne einige Menschen, denen ich diesen Job zutrauen würde. Kritische Geister, aus der Schulmedizin kommend, lösten sie sich aus deren Schranken und schauen so über den sprichwörtlichen Tellerrand hinaus. Was will ich damit sagen? Ich glaube nicht, dass der Gesundheitscoach eine schulische Ausbildung sein wird, mit der jungdynamische Absolventen in den Mitzwanzigern ihre steile Karriere beginnen. Die erste Generation des neuen Berufsstandes werden erfahrene Menschen mit verschiedenen aber sicherlich wechselvollen Karrieren sein.

Können Sie sich einen solchen Menschen jetzt vorstellen.

Weiter im Text: Unser(e) GesundheitscoachIn ist LeiterIn eines Teams im Gesundheitszentrum. Es gibt Mitarbeiter, die verschiedene Datenbanken nutzen und weiter entwickeln, sowie Fachkräfte, die verschiedenen Befunde auswerten können. Das Team erstellt selbst keine Diagnosen, erhält aber von den Patienten alle Diagnosen, werten diese noch einmal aus, fassen die Ergebnisse zusammen, befragen die Patienten nach ihrer Meinung und Fortschritten und planen gemeinsam mit den Patienten die weiteren Schritte. Diese interdisziplinäre Teamarbeit ist für verschiedene Bereiche unseres Lebens schon Normalität, nur für unser wichtigstes Gut nicht: unsere Gesundheit, es wird höchste Zeit.

So, wir haben jetzt das Personal und die Institution beschrieben, jetzt muss noch die gesetzliche Grundlage geschaffen werden, diese schreibt für bestimmte Krankheiten die Institution Gesundheitscoach verbindlich vor, legt dessen Kompetenzen fest und klärt die Beschaffung der notwendigen Ressourcen.

Pause!

Kurz Verschnaufen!

Ich sehe förmlich einige von Ihnen die Stirn runzeln. Bei knapper werdenden Kassen noch eine Institution mehr, die sicherlich nicht für den sprichwörtlichen Apfel nebst Ei zu bekommen ist. Da haben Sie vollkommen recht, diese Heilzentren kosten sicherlich Millionen, aber, davon bin ich fest überzeugt, sie werden helfen, Milliarden zu sparen.

Die Patienten bekommen endlich eine fachübergreifende Planung, eine qualifizierte Begleitung und eine genaue Analyse der Wirksamkeit der erfolgten Therapien. Langjährige Behandlungen schwerer Krankheiten kosten die Gesellschaft enorme Summen, da ist es doch nur selbstverständlich diese qualifiziert zu investieren und zwar gerade im Interesse des Patienten. Doppeltbehandlungen entfallen, sinnlose Behandlungen entfallen, es können kostengünstige Alternativen angewandt werden, ohne dass die Patient unterversorgt sind.

Im heutigen System sind Unterversorgungen auf der einen und Überversorgungen auf der anderen Seite der Normalzustand. Das hilft den Menschen nicht und kostet die Gesellschaft jährlich Milliarden. Durch die kaum vorhandene Auswertung der Heilprozesse ist die Weiterentwicklung der einzelnen Therapien stark gebremst.

Die Behandlung geführt durch den Gesundheitscoach geht über in eine Veränderung aller Lebensumstände. Diesen Schritt auch institutionell zu begleiten ist vollkommen neu. Mit der Heilung seiner Krankheit lernt der Patient auch sich selbst zu erkennen und die krank machenden Umstände seines Lebens zu ändern.

Dazu bedarf es Ressourcen, die über die medizinische Behandlung hinausgehen. Dazu bedarf es eines Netzwerkes. Das hoffentlich schnell wachsende „Netzwerk engagierter Zeitgenossen – das NeZ“ wird dazu einen wichtigen Beitrag leisten.

Das System „Gesundheitscoach im Heilzentrum“ wird ein sehr effizientes Werkzeug bei der Bewältigung der Probleme einer älter werdenden Gesellschaft bei knapperen Kassen werden.


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