9. Ziel: Die Überwindung der Kluft zwischen den verschiedenen Behandlungsmethoden und die Effektivierung und Kostensenkung des Gesundheitswesens

Herzlichen Glückwunsch, Sie haben es bis hierher geschafft haben. Wir haben ein fast neues Gesundheitswesen vor unserem geistigen Auge entstehen lassen, das ist eine Leistung.

Es kommt nicht darauf an, ob jedes Detail so Wirklichkeit werden wird. Wenn wir nur den Anstoß gegeben haben und wenn die Entwicklung in die von uns angedachte Richtung geschieht, haben wir schon viel erreicht. Einige Ansätze stehen in den Büchern, die Sie in unserer Mediathek finden. Alle Autoren und uns verbindet die Sorge um die derzeitigen Verhältnisse, aber auch die Hoffnung, dass es sich zum Besseren wendet. Wichtig an unseren Vorschlägen sind die neuen Prinzipien und das neue System!

Details werden anderes sein, anders funktionieren oder anders heißen, als wir es uns heute ausdenken können. Unsere „Reformreise“ hat erst begonnen und wir werden auf dem Weg noch vieles verändern.

Wichtig ist, dass sich etwas ändert, denn die Alternative ist die Katastrophe, aber darüber brauchen wir uns nicht den Kopf zu zerbrechen, die kommt von ganz allein. Wir sind Optimisten und wenn wir auch wissen, dass der Mensch nicht unbedingt gut und die Welt nicht unbedingt schön ist, so haben wir doch allen Grund zu der Annahme, dass sie reformierbar ist. Dafür stehen wir, dafür lassen wir unsere Köpfe und ich bin so kitschig zu sagen, unsere Herzen glühen!

Also lassen Sie uns ein wenig austrudeln, in diesem Artikel betreten wir kein Neuland mehr, es dient mehr der Vertiefung und zeigt uns noch einen anderen Blickwinkel. Ich habe diese auf unserer bisherigen Reise weg gelassen um den roten Faden nicht zu verlieren.

Wir beginnen mit einem kleinen Schock, hier ist die in Punkt 4 avisierte Tabelle. Sie stammt von der Gesundheitsberichterstattung des Bundes:

Jetzt rechnen wir noch die Jahresdifferenzen der letzten Jahre aus:

2010 zu 2011:+ 5 Milliarden

2011 zu 2012:+ 8 Milliarden

2012 zu 2013:+ 11 Milliarden

2013 zu 2014:+ 13 Milliarden

2014 zu 2015:+ 16 Milliarden

2015 zu 2016: +13 Milliarden

2017 : 374 Milliarden als + 18 Milliarden

Bis auf 2016 steigen die Kosten exponentiell an, das kann man auch „Kostexplosion“ nennen. Haben Sie in der letzten Zeit irgend etwas aus der Politik gehört, wie man darauf reagieren möchte. Habe ich von den dringend notwendigen umfassenden Reformen nichts gehört? Ich habe nichts gehört, wenn man mal von dem Unsinn der Bürgerversicherung absieht, dieses realsozialistische Monster wird die Kosten auch nicht bremsen, im Gegenteil. Es ist das alte Lied meine Lieben, ich werde Ihnen sagen, wie das geht: die Krankenbeiträge steigen weiter, der Rest wird verdeckt oder nicht verdeckt über Schulden und Steuern finanziert. Diese Steuern fehlen dann in anderen Bereichen wie Bildung und Infrastruktur. Obendrauf kommt ein schleichender Leistungsabbau.

Also, man tut gar nichts und die Kosten zahlt ... das Volk!

Wir brauchen einen Paradigmenwechsel. Diesen beschreibt Gerald Hüther in seinem Buch „raus aus der Demenzfalle.“ Er benutzt ein wunderbares Bild, um zu beschreiben wie komplex so ein gesellschaftliches Umdenken ist. Gerald Hüther vergleicht unsere heutige Situation mit den Pestseuchen des Mittelalters.

„Stadtluft macht frei,“ die Menschen zogen massenhaft in die Städte, die Städte explodierten, aber die Bewohner waren im Geiste immer noch Bauern, sie hatten es noch gar nicht gelernt, wie man in einer Stadt lebt. Sie lebten mit ihren Tieren zusammen, der Abfall, der Kot und das Abwasser landeten auf der Straße. Dort bildeten sie die ideale Lebensgrundlage für Ratten, massenweise Ratten und auf diesen Ratten wohnten die Flöhe, deren Biss die Pest auf den Menschen übertrug. Der "schwarze Tod" rottete ganze Landstriche aus, der Lernprozess war schmerzhaft und ist denen zu verdanken, die nicht an eine Strafe Gottes glaubten. Unsere Müllabfuhr, ein Abwassersystem und umfangreiche Hygienevorschriften sind das Ergebnis. Wir Menschen lernten, in einer Stadt zu leben!

Dieses schöne Beispiel zeigt die Komplexität sowohl im Erkennen der Ursache eines Problems, als auch den schwierigen Prozess des Erlernens der Lösung, der im übrigen nie abgeschlossen ist. Während unserer Reise habe ich immer wieder betont, dass es nicht um eine Abwertung der so genannten Schulmedizin, sondern um ein Einordnen dieser in ein Gesamtsystem geht.

Wir beschrieben die Entstehung von drei Heilansätzen, die heute als alternativ bezeichnet werden und ich möchte mich mit Ihnen an dieser Stelle vor drei Pionieren der so genannten Schulmedizin verneigen!

Robert Koch revolutionierte unser medizinisches Wissen um die Wirkung von Mikroorganismen in unserem Körper. Er ebnete den Weg, auf dem Alexander Fleming 1928 das Penicillin finden konnte. Seitdem retteten Antibiotika Millionen von Menschen das Leben und bildeten einen der Grundsteine bei der Entstehung einer modernen pharmazeutischen Industrie. Damit entstand eine moderne Form der Medizin, die mit industriell hergestellten Heilmitteln über Jahre hinweg und ortsunabhängig große Massen an Kranken heilen kann.

Das ist wichtig zu verstehen, denn erst im Laufe der Zeit wurde dieser Sektor der Medizin auch ein sehr profitabler. Ein einmal entwickeltes Medikament sichert bei relativ geringen Herstellungskosten über Jahrzehnte stabile Gewinne. Die Produkte sind patentrechtlich geschützt, die Preise müssen sich nicht an einem Markt behaupten, sondern werden vom Erzeuger selbst fest gelegt und das oft recht willkürlich. Heute investieren Pharmaunternehmen bei „lohnenden“ Krankheiten bis zu eine Milliarde Euro in die Entwicklung. Diese Kosten müssen sich amortisieren, da kann man keine Rücksicht nehmen, ob die Wirksamkeit überhaupt in jedem Falle gegeben ist oder ob andere Behandlungsmethoden vielleicht effektiver sind.

Auch für diesen Aspekt lieferte Robert Koch das erste Beispiel, sein gegen die Tuberkulose entwickeltes Tuberkulin war wirkungslos! Genau so wie der Impfstoff gegen die Grippe für die Saison 2017/18 es starben in Deutschland über 1.600 Menschen.

Bleiben wir bei Antibiotika, die großen Pharmakonzerne ruhten sich in den letzten Jahrzehnten auf ihren vorhandenen Medikamenten aus, gaben diesen immer wieder neue Namen und die Gewinne waren phantastisch. Wirklich neue Antibiotika wurden kaum entwickelt, denn dies ist teuer. So stehen wir heute vor einer drohenden Katastrophe, denn gegen immer mehr resistente Keime haben wir keine neuen Mittel, in Deutschland sterben daran jedes Jahr etwa 15.000 Menschen, eine Kleinstadt!

Meine Lieben, ich kann und will Ihnen an dieser Stelle nicht die Komplexität des Problems „allmächtige Pharmaindustrie“ erläutern, ich möchte nur Ihr geschätzte Aufmerksamkeit darauf lenken, wie komplex die Materie ist und dass uns ein Gut und Böse Schema nicht weiterhilft.

Der nächste Pionier und die sich daraus entwickelnde Säule der Schulmedizin: Wilhelm Conrad Röntgen entdeckte die nach ihm benannte Strahlung und wurde so einer der Väter der bildgebenden medizinischen Verfahren. Plötzlich war es möglich, in den lebenden Körper zu schauen, ohne ihn zu verletzen. Es ist wie beim Antibiotikum: die heutige Vielzahl bildgebender Verfahren ist nicht mehr wegzudenken, rettet Menschenleben und ist ein wichtiges Forschungsinstrument. Unser viel zitierter Hirnforscher Gerald Hüther weist auch mit den Ergebnissen bildgebender Verfahren heute wissenschaftlich exakt nach, wie Lernen funktioniert oder eben nicht.

Auch aus Geräten für bildgebende Verfahren ist inzwischen eine Industrie geworden. Ganz neue Dimensionen eröffnet die Gentechnik. Inn der Erwartung eines ganz neuen Marktes überschlagen sich die Profiterwartungen, diese müssen irgendwann erfüllt werden.

Sir William Macewen war ein Pionier der Chirurgie. Ende des 19. Jahrhunderts setzte er zum einen konsequent steriles Arbeiten bei Operationen durch, verwandte als erster Arzt umfangreich Fotografien und führte als erster eine Knochenmarktransplantation durch, er entfernte einen Lungenflügel und ist der erste erfolgreiche Operateur an der Wirbelsäule. Er ist sozusagen der Vater der Bandscheiben Operation und steht für unsere Betrachtungen für den Bereich der invasiven Chirurgie und deren enormen Möglichkeiten zum Nutzen vieler Patienten.

Wir verneigen uns noch einmal voller Hochachtung vor diesen großen Männern, die für die Medizin großartiges vollbracht haben. Sie sind die Väter von drei wichtigen Säulen der heute so genannten Schulmedizin.

Warum entführe ich sie so weit zu den Wurzeln unserer heutigen Medizin? Jetzt erinnern Sie sich bitte an unsere ersten drei Helden. Alle sechs haben eine Gemeinsamkeit: sie sind Zeitgenossen, engagierte Zeitgenossen sozusagen. Zur gleichen Zeit begründeten sie ganz verschiedene und damals gleich berechtigte Heilansätze, aus denen sich verschiedene Zweige der modernen Medizin entwickelten.

Ich fasse noch einmal zusammen, dann sehen Sie vielleicht schon, worauf ich hinaus will.

Bildquellen: Wikipedia


Sir Andrew Taylor Still erschafft die Osteopathie,

Herr Samuel Hahnemann die Homöopathie,

Moshé entwickelt die nach ihm benannte Feldenkraismethode


Bildquellen: Wikipedia

Robert Koch ist ein Pionier der pharmazeutischen Medizin

Wilhelm Conrad schuf den Röntgen-Apparat und steht für die Gerätemedizin

und Sir Macewen ist unser Vertreter für moderne Operationstechniken.

Wir nennen die Arbeit unserer sechs Pioniere „die Geburtsstunde der modernen Medizin.“ Damals waren alle Heilansätze, wir bezeichnen sie als „Schulen“ gleichberechtigt, weil, ich sage es mal salopp, in gleichem Maße ... heilend!

Der Volksmund sagt: wer heilt hat recht!

Hätte es damals schon gesetzliche Krankenkassen gegeben, die erfand der Herr Bismarck in dem so gefürchteten Staat Preußen jedoch gerade erst, dann hätten diese Krankenkassen sicherlich alle Leistungen dieser verschiedenen Schulen gleichermaßen anerkannt und natürlich auch bezahlt.

Pause ... wir lassen den Gedanken sacken!

Und heute?!

Heute hat sich die pharmazeutische, die chirurgische und die Gerätemedizin zur so genannten Schulmedizin entwickelt, während die drei anderen unter der Bezeichnung „alternative Heilmethoden“ zusammen gefasst wurden. Dabei war das Wort „alternativ“ in den letzten Jahrzehnten auch so gemeint: Spinner und Quacksalber, die man nicht ganz ernst nehmen und schon gar nicht bezahlen muss. Was ist passiert, woher kommt diese Einteilung, die ja mit der Heilmethode an sich offensichtlich nichts zu tun hat?!

Meine Lieben, es ist wieder ganz einfach und mit einem Wort zu beschreiben: Industrialisierung!

So wie unser gesamtes Leben, also unsere Wohnungen, unsere Lebensmittel, die Dinge mit denen wir uns umgeben, wurde auch unsere Gesundheit und unser ganzes Leben, ja wurden wir selbst

... industrialisiert.

Das ist nicht gut, ... das ist nicht schlecht, ... das ist so!

Industrialisierung beißt Effektivierung, Normung, Vermassung, Vermarktung oder zusammengefasst Vergesellschaftung!

Das ist nicht gut, ... das ist nicht schlecht, ... das ist so!

Industrialisierung heißt Konzentration des Kapitals auf der einen und Massen von abhängig Beschäftigten auf der anderen Seite. Industrialisierung heißt, immer weniger, die immer mehr besitzen und immer mehr, die immer weniger besitzen, heißt Profit und das Streben nach Profitmaximierung!

Das ist nicht gut, ... das ist nicht schlecht, ... das ist so!

Industrialisierung heißt auch das Entstehen von modernen Industrie(!)nationen mit parlamentarischer Demokratie, sozialer Marktwirtschaft, Sozialversicherungen und Gewerkschaften.

Das ist gut, so soll es bleiben und das Sozialsystem ist immer in Gefahr!

Es ist einfach ein Fakt, den niemand leugnen kann, das das Industrieprodukt „Gesundheit“ sich nicht mehr nach den individuellen Erfordernissen des einzelnen Patienten, sondern nach den ökonomischen Gesetzen der kapitalistischen Reproduktion richtet.

Das ist nicht gut, ... das ist nicht schlecht, ... das ist so!

Das hat einen enormen Entwicklungsschub gebracht und ist eine der Grundlagen moderner Zivilisation mit Millionenstädten und Globalisierung. Deshalb geht es hier nicht um die Verteufelung von Industrie und von Profit. Wichtiger ist die Tatsache, dass wir selbst ein Stück weit Maschine geworden sind, die im Falle einer Krankheit durch einen Arzt repariert werden muss und zwar möglichst schnell. Das funktioniert ja auch bei vielen, ich nenne sie mal einfache Krankheiten und bei Unfällen oft sowieso. Dieses System hat die beiden Grenzen, komplexe Krankheiten in einer älter werdenden Gesellschaft und die ausufernden Kosten für die Volkswirtschaften.

Deshalb schlägt Günstige Intelligenz.de das vorliegende Reformpaket vor.

Geschafft, der Vorhang fällt!

Stille, Applaus?!

Die Akteure unseres Stückes treten vor den Vorhang!

  • Der selbstverwaltete freie Träger, der sich ausschließlich über die von ihm erbrachten Gesundheitsleistungen finanziert, die erbrachten Leistungen auswertet und an das Bundesinstitut weiterleitet.
  • Der Dachverband der freien Gesundheitsträger, eine starke Lobby, die auf dem politischen Parkett die Interessen ihrer Mitglieder vertritt.
  • Die demokratisch organisierten gesetzlichen Krankenkasse, immer unterwegs im Dienste ihrer Mitglieder.
  • Die „Bundesinstitute für Zertifizierung und Bewertung von Gesundheitsleistungen,“ sie werten die Daten der Träger aus und korrelieren sie mit vorhandenen Studien, geben neue Studien in Auftrag und werten diese aus. Sie erstellen die Grundlagen für die Zertifizierung aller Ärzte, Heilpraktiker, Homöopathen, Osteopathen usw..
  • Die Gesundheitscoachin bzw. der Gesundheitscoach und ihr Team, sie erstellen Behandlungspläne und begleiten Patienten mit komplexen Krankheiten von der Anamnese bis zur Rehabilitation.
  • Die Heilzentren sind die Arbeitsstätte der GesundheitscoachInnen und ihres Netzwerkes.
  • Die Unternehmen der Geräte- und Pharmaindustrie, die mit großen Forschungsaufwand neue Produkte entwickeln und neue Wege gehen wie, sowie Unternehmen, die die materielle Basis für alle anderen Heilmethoden weiter entwickeln und verbessern.
  • Die engagierten Mitarbeiter des Gesundheitswesens, die je nach ihrer Profession bundeseinheitlich zertifiziert sind und keinen Unterschied zwischen Schul- und Alternativmedizin kennen.
  • Die mündigen Patienten, die selbst bestimmt über ihre Heilung mitentscheiden und den Weg aus der Krankheit auch als einen neuen Weg ihres Lebens verstehen.

Dies sind die Akteure einer sozialen Marktwirtschaft, die noch dazu eine gesunde ist. Die Gesellschaft wird immer große Summen für die Gesunderhaltung ihrer Mitglieder aufwenden müssen. "Müssen" ist hier das ganz falsche Wort, aufwenden "wollen," schließlich ist Gesundheit eine der zentralen Aufgaben der Gesellschaft. Ziel ist ein Gesundheitssystem, das für alle gleichermaßen da ist, ein Gesundheitssystem, das die Werkzeuge besitzt, jedem Patienten nicht die maximale, sondern die optimale Behandlung zukommen zu lassen.

Ein solches Gesundheitssystem ist intelligent
und es wird im Vergleich zum heutigen verdammt günstig sein.


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