Reform des Steuersystems

PROLOG

Bill Gates, Sie erinnern sich? Der Mann, der einfach cleverer und schneller als IBM war und seinen „personal" Computer plus eigenem Betriebssystem zur erfolgreichsten Maschine des 20. Jahrhunderts machte. Dies wiederum katapultierte ihn in den Orbit der reichsten Menschen der Welt, Forbes schätzt sein Vermögen auf über 100 Milliarden Dollar (2019).
Unser hoch geschätzter Bill Gates macht sich Sorgen, nicht um seine Altersvorsorge, sondern darum, dass immer mehr Roboter immer mehr Arbeitern die Arbeit wegnehmen und es irgendwann nur noch Roboter und Arbeitslose gibt. Kommt ein bisschen spät die Erkenntnis, zumal Produkte aus dem Hause Microsoft an diesem Prozess nicht ganz unbeteiligt waren und so unserem sorgenvollen Bill die eine oder andere Milliarde einbrachten.

Also, Bill will für jeden Roboter die gleiche Steuer erheben, die das Unternehmen für die eingesparten Arbeitsplätze hätte zahlen müssen. Immerhin, ein Anfang und ein Schritt in die richtige Richtung, auch wenn wir berechtigte Zweifel anmelden, dass diese Steuer wirklich dieses gesellschaftliche Problem löst. Genau diesen Satz lassen wir uns noch einmal auf der Zunge zergehen:

Ein gesellschaftliches Problem durch eine Steuer lösen!

Das merken wir uns und begrüßen den cleveren, klugen Bill in unserem Club der Weltverbesserer. Bevor wir aber mit unserer Arbeit, also der Weltverbesserung so richtig loslegen, begeben wir uns, des besseren Verständnisses halber, ganz weit in die Geschichte zurück, nämlich zu den Erfindern der ... Steuer!

Als die Griechen vor nunmehr fast dreitausend Jahren den Stadtstaat, „die Polis“, erfanden, standen sie recht bald vor dem uns allen so wohl bekannten Problem: „Wer soll das bezahlen?“ ... Ja und: „Wer hat das bestellt?“... Ja: bestellt oder bleiben wir dabei, erfunden, hatten den griechischen Stadtstaat die Bürger, also die freien Bürger, die damit ein Instrument schufen, ihre immer komplexer werdende menschliche Gesellschaft zu organisieren. Angefangen von so profanen Dingen wie Müllabfuhr und Straßenreinigung, über die Wasserversorgung und die Regulation des Handels, bis in die höheren Sphären von Kultur und Bildung.

Prima, ... so ein Staat, ... nur eben nicht ganz billig! Selbst wenn man einen Großteil der Arbeiten durch Sklaven oder heutzutage von prekär Beschäftigten erledigen lässt, ganz ohne Geld bekommt man so einen Staat einfach nicht hin. Was tun, sprach Zeus und hatte als Chef-Gott sofort die göttliche Idee: Steuern! Na klar, jeder freie Bürger packt etwas ins Staatssäckel und davon bezahlen wir die ganze Chose ... sprach Zeus und erntete tosenden Applaus bei der zahlreich erschienenen, aber offensichtlich nicht mehr ganz nüchternen Abendgesellschaft.

Der nächste Morgen, das war schon immer so, war ... ernüchternd. "Mann," also der freie Bürger, war gar nicht klüger, sondern nur betrunken, überfressen und einfach ... pleite. In einer solchen Situation hat kein freier Bürger auch nur die geringste Lust, es sich mit dem Nachbarn zu verscherzen, indem er in dessen schönen griechischen Vorgarten marschiert und versucht, Geld für den Staat einzusammeln!

Und wieder hatte Zeus die rettende Idee: ... Sklaven, Ihr habt doch Sklaven und Ihr seid gut im Theater spielen. Also wurden gut aussehende, kräftige Sklaven gecastet, ordentlich mit Pferd und Rüstung ausstaffiert, wie in einem Hollywoodschinken und galoppierten los. Bürger für Bürger musste an sie die fälligen Steuern zahlen! Super, darauf einen Ouzo, ... achso eins noch: Diese martialisch ausschauenden Sklaven brauchten noch einen Namen. Auch dafür war schnell eine Lösung gefunden: Sie waren im Auftrage der Polis unterwegs, also hießen sie: ... Polizisten! Jawohl, die ersten Polizisten der Weltgeschichte waren steuereintreibende, berittene, griechische Sklaven.

Also meine Lieben, ein bisschen mehr Respekt bitte vor dem Oberwachtmeister im Revier unten an der Ecke, sein Job war schon immer wichtig für uns freie Bürger! Und auch ein bisschen mehr Respekt vor den Griechen, die haben nämlich nicht nur den Staat und die Steuern und die Polizisten erfunden, sondern auch noch die Demokratie. Das ist alles schon lange her und bei den Griechen selbst ganz schön eingestaubt, aber Respekt zollen, hat noch niemandem geschadet, gerade uns Deutschen nicht!

Warum entführe ich Sie zu den Anfängen des Steuersystems? Weil Sie bei unseren Forderungen zur Reform des deutschen Steuerwesens sehen werden, wie man mit dem Werkzeug "Steuer" in einer komplexen menschlichen Gesellschaft Probleme lösen kann. Dazu brauchen wir keinen Zeus, wir sind kluge Menschen und lassen uns den Gedanken noch einmal durch den Kopf gehen: Steuern ... sind zum Steuern!

Was einer Gesellschaft förderungswürdig ist, wird gering besteuert oder sogar aus Steuermitteln finanziert und was man nicht so gerne hat, wird durch Steuern teurer also unattraktiver gemacht. Wichtig für uns ist, Steuern sind ein Mittel der Verteilung von Ressourcen, um damit gesellschaftliche Aufgaben zu finanzieren, gesellschaftliche Entwicklungen zu steuern oder gar gesellschaftliche Probleme zu lösen. Davon haben wir in unserem gegenwärtigen kapitalistischen System jede Menge und zwar auch solche, die nicht nur dringend einer Lösung bedürfen.
Unser guter alter Bill Gates ist ein kluger Mann und hat das Hauptproblem unserer modernen Industriegesellschaft erkannt, fortschreitende Automatisierung mit immer intelligenteren Maschinen macht die menschliche Arbeitskraft immer weiter überflüssig. Diese Problem ist so alt wie die Industrialisierung selbst und mit der Digitalisierung wächst es exponentiell.

Es gibt in unserer gesellschaftlichen Realität jedoch nicht einmal den Ansatz einer Lösung. Den können Sie hier lesen, wir nennen ihn den Faktor X, bleiben Sie dran, es wird wirklich spannend.

Das ist noch nicht das Schlusswort, denn bevor wir wieder munter ans Werk schreiten, muss ich noch eine Anmerkung loswerden. Es gibt in Deutschland fast 40 Steuerarten von der Alkopopsteuer bis zur Zweitwohnsteuer. Der Begriff "Steuer" ist ein so genannter „Terminus technicus,“ also mit einem ganzen Regelwerk aus Gesetzen und Bestimmungen verbunden. günstige-intelligenz.de geht es um Lösungen, um das Prinzip, um Veränderung des Systems. Wenn wir also bei unseren Forderungen das Wort "Steuer" verwenden, geht es uns um das Werkzeug. So wie das Wort „Hammer.“ Wir wissen noch nicht, ob es ein Vorschlaghammer oder ein Gummihammer mit einem Holz- oder Metall- oder Kunststoffgriff sein wird. In einem jedoch sind wir uns sicher, unsere Reformen sind der Hammer, darauf können Sie sich verlassen.

So schließt sich der Kreis und wir kommen noch einmal zu Bill Gates zurück. Ob seine „Robotersteuer“ nun Einzug in die Gesellschaft findet oder nicht, ist erst einmal zweitrangig. Entscheidend ist, der Mann hat begriffen, wenn der letzte Mitarbeiter durch einen Roboter ersetzt wird, gibt es niemanden mehr, der das hergestellte Produkt kaufen kann. Bill Gates' größter Konkurrent, die Firma Apple hatte im Jahre 2016 in Deutschland einen Steuersatz von 0,005 Prozent. Wenn sich Apple jetzt unserem guten alten Bill anschließt und begreift, dass von Steuern unter anderem Universitäten finanziert werden, deren Studenten ganz scharf auf Applecomputer sind, wäre die Welt einen großen Schritt weiter.

Wir, meine lieben Leser verneigen uns vor einem der reichsten Männer der Welt, bleiben skeptisch und verlassen uns lieber auf unsere eigenen Ideen. So, der Worte sind genug gewechselt, wir schreiten endlich zur Tat.

Die zehn Forderungen von günstige-intelligenz.de zur Reform des Steuersystems: